Ein Interview mit Lady Mercedes

Lady Mercedes leitet seit mehr als 12 Jahren zusammen mit Lady Marlon das Studio Avalon Berlin, das heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist.

Alle Filme von Lady Mercedes finden Sie bei

www.domina-bizarre.com

Weitere Informationen über Lady Mercedes finden sie auf Ihrer
Homepage www.ladymercedes.com

Informationen zum Avalon Empire auf der Studiohomepage, der Klinikhomepage und der Homepage der Avalon Residenz

Kontakt: lady-mercedes@gmx.de

Wie haben sie Ihre dominante Veranlagung entdeckt und wann kam der Entschluß, sie als professionelle Domina auszuleben? Gab es einen konkreten Zeitpunkt, oder war es eine kontinuierliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum?

Zuerst über bizarre Mode, vor allen Dingen schwarzes Leder, welches mich damals sinnlich sehr angesprochen hat. Es gab mir eine bestimmte Aura, meine Haut war sensibilisiert. Ich bewegte mich anders, ich fühlte mich dominant. Private SM- Kontakte brachten mich weiter und ich erlebte meine erste Beziehung zu einem masochistischen Sklaven. In dem Moment war ich "hooked" und hatte diese Welt für mich entdeckt. Das weckte in mir den Wunsch, meine Passion zu meinem Beruf werden zu lassen. Ich begann in einem Berliner Studio und erlernte dort das Handwerk. Durch meine Ausbildung zur Krankenschwester war ich besonders für den medizinischen Bereich gut gerüstet. Mit dem handwerklichen Geschick ist es natürlich nicht getan, denn es gehört sehr viel mehr dazu: Persönlichkeit, Herz, Charme, Intelligenz, Kreativität und Phantasie!

Wie schätzen sie sich selbst ein? Wo liegen ihre Stärken?

Ich bin klug, diplomatisch, zielstrebig, ausdauernd, ehrgeizig, sexuell attraktiv, raffiniert, gemein, realistisch-pragmatisch.

Haben Sie selbst einen konkreten Fetisch, den sie im Studioleben besonders genießen und wie weit gehen Sie beim Thema Erotik? Sind Sie berührbar oder bevorzugen Sie die klassische Dominanz?

Ich habe eine Schwäche für den Kavalier der alten Schule. Ich erwarte Höflichkeit, Pünktlichkeit und bevorzuge Gäste, die schon diverse Erfahrungen haben. Durch meine Ausbildung habe ich einen ausgeprägten medizinischen Fetisch! Aber darauf allein möchte ich mich nicht reduzieren. Ich liebe es Frau Doktor zu sein, aber die klassische Dominanz mit all ihren Facetten und anspruchsvolle Rollenspiele ziehen mich genauso in ihren Bann und spornen mich zu Höchstleistungen an…. Im Allgemeinen bin ich nicht berührbar.

Dabei ist nicht ausgeschlossen, daß ein Sklave - vorbehaltlich meiner ausdrücklichen Zustimmung - meine oder mein edles Gesäß küssen darf. Intimkontakte sind in jedem Fall ausgeschlossen.

Was macht für Sie eine gute Domina aus? Wie verdeutlicht sich dieser Anspruch in ihrem eigenen Studio?

Eine gute Domina erkennt ihr Gegenüber sehr schnell. Sie gehört genau zu und beobachtet scharf. Sie interpretiert jede Regung richtig und kennt alle Schattierungen der Befi ndlichkeitsskala. Sie ist intuitiv und weiß genau, wie sie ihr Gegenüber "bekommt". Meine Dominanz hat viele Gesichter. Wenn jemand glaubt, mich zu kennen, kann er sich schnell seines Irrtums bewusst werden. Da ich eine gewisse spirituelle Ader habe, ist es mir wichtig, dass die Chemie zwischen mir und meinem Gegenüber stimmt. Ich verwende in meiner Sitzungen auch Elemente aus der Körperarbeit, Atemtherapie und Meditationstechniken. Ich verabscheue brutale und sinnlose Bestrafungen. Mein Sadismus ist fein und gemein, nicht grob und gewöhnlich. Ich mag die leisen Töne und schaue sehr intensiv auf die Körpersprache meiner Delinquenten. Ich bin wohl beides: die Heilige und die Böse… gnadenlos in beiden Hinsichten…

Wie müßte idealerweise ihr persönlicher Leibsklave sein?

Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist die Grundvoraussetzung. Ein Sklave, Leidenschaft mit sich bringt, inspiriert mich zudem mehr als jemand, der während der Session keine Reaktionen zeigt. Er ist grundloyal, solvent, stellt keine Ansprüche, ist anspruchslos, und mit jedem Krümel Aufmerksamkeit zufrieden. Selbstverständlich billige ich ihm eine eigene Meinung zu, erwarte von ihm selbständiges (Mit-) Denken und fi nde es gut, wenn er vorausschauend handelt… Er baut sich hinsichtlich meiner Zuwendung keinerlei Erwartungshaltung auf und er redet mich ausnahmslos mit "Sie" an…

Nennen Sie den fatalsten Fehler, den ein Sklave ihnen gegenüber machen kann?

- Wenn sich jemand überhaupt nicht auf mich einlässt, sowie respektloses oder unaufmerksames Verhalten.

- Wenn Termine nicht eingehalten oder nicht rechtzeitig abgesagt werden. Mißlungene Sessions, wenn ich keinen Zugang zu meinem Gegenüber finde.

- Männer, die schlecht über Kolleginnen sprechen.

- Wenn Männer nicht duschen können (unsere Badezimmer stehen oft total unter Wasser, was ist eigentlich so schwierig daran?).

- Gäste, die vor den Sessions Knoblauch gegessen haben, oder nicht geduscht vor der Herrin erscheinen (gibt gleich Minuspunkte).

- Die Fragen nach den Behandlungen: "Ist das auch alles sauber bei Ihnen?" Oder nach dem Genuß von Natursekt: "Sind sie auch gesund?" Ja, ja, die triebgesteuerten Männer………..

- Besucher, die überhaupt keinen Humor haben!

Nennen Sie den größten Beweis absoluter Hingabe, den ein Sklave Ihnen gegenüber geben kann. Wie alt war ihr jüngster, bzw. ältester Sklave?

Das ist individuell sehr verschieden. Für manchen Sklaven ist es ein Ausdruck höchster Hingabe, wenn er vor mir niederkniet und meine Füße küßt. Der Jüngste war mit Sicherheit nicht minderjährig; ein Sklave im Alter von Jopi Heesters? Warum nicht? Gibt es Grenzen, die Sie nicht überschreiten würden?

Wo liegen diese Grenzen, falls es sie gibt? Was sind ihre absoluten Tabus?

Natürlich! Zum einen gibt es gesetzliche Grenzen, die ich niemals überschreite. Ich verzichte hier auf Details. Zum anderen halte mich an die Regeln des SSC. Das heißt im Klartext: "sane, save, consensual" also, gesund, sicher und einvernehmlich. Natürlich gibt es Grauzonen. Ich überschreite gelegentlich Grenzen, die der Sklave nicht überschreiten will, weil er sich nicht traut. Bisweilen bleibe ich auch deutlich hinter den geäußerten Wünschen zurück, weil die Phantasie mit dem Sklaven durchgeht.

Haben sie sich in der Zeit, in der Sie Sklaven empfangen, weiterentwickelt? Oder war Ihre Dominanz stets auf exakt diese Weise ausgeprägt, wie es heute der Fall ist?

Ich bin lernfähig und lernwillig. Es wäre ja traurig, wenn ich mich nicht entwickelt hätte. Es geht darum, die dominanten Phantasien umzusetzen. Durch Ausprobieren, Gespräche mit Kolleginnen und Hinweise von Sklaven hat sich mein eigener Stil entwickelt. Ich bin gereift, wie ein guter Wein.

Braucht eine Domina um ihrer Arbeit nachzugehen Utensilien, wie Peitsche, Fesseln, Masken etc.

Ohne Zweifel sind diese Dinge nützlich, aber sind sie notwendig zum Ausleben von Dominanz? Gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit! Ich bin ein Mensch, keine Krake. Wie soll ich einen Sklaven fixieren, gleichzeitig seine Brustwarzen bearbeiten, seine Augen verdecken und mich um sein Geschlecht kümmern? Bequemes, sicheres und hochwertiges Werkzeug – vom Baumarkt oder von den einschlägig bekannten Herstellern bizarrer Spielzeuge. Im psychologischen Bereich benötige ich keinerlei Werkzeug: Da reicht mir ein Blick, eine Geste, eine verbale Anzüglichkeit, kurz das richtige "Vorspiel" um den Sklaven in die gewünschte Verfassung zu befördern.

Halten Sie Privat und Studioleben strikt getrennt oder überschneiden sich diese beiden Bereiche ihres Lebens sich in Teilen(oder sogar auch ganz)?

Ich glaube, ich verhalte mich da wie ein Drei-Sterne-Koch. Im Studio arbeite ich sehr konzentriert und professionell. Ich möchte meine Gäste zufrieden stellen. Zuhause angekommen wird auch der Koch seine Kenntnisse und Fähigkeiten nicht vergessen.

Haben Sie Fortbildungen gemacht, Klinik oder Bondagekurse besucht?

Der Beruf einer professionellen Domina ist geprägt durch eine Vielzahl von Kenntnissen, die sich nicht zwischen 12 Uhr und mittags erwerben lassen. Es ist beinahe ein Hochschulstudium zu absolvieren:

Es kommen medizinische Fragen auf mich zu, rechtliche Aspekte sind zu beachten, ausgeprägte psychologische Kenntnisse sind erforderlich, ebenso wie perfekte, schauspielerische Fähigkeiten. Zudem sind technische Kenntnisse, wie zum Beispiel die Reizstromtherapie, gefragt. Wenn all diese Voraussetzungen vorliegen darf frau noch über eine stabile Psyche und eine herausragende Charakterfestigkeit verfügen. Erst dann sind die Bedingungen für erfolgreiches Arbeiten erfüllt.

Gibt es Bereiche in denen Sie sich weiterentwickeln möchten?

Ja!! Ich hätte gerne eine kleine Dependance in Wien. Ich liebe diese Stadt; die Architektur; die Kaffeehäuser; das Essen – ein Traum.

Berichten Sie von einer Traumsession?

Wir setzen mal voraus, daß auf beiden Seiten die optimalen Voraussetzungen vorliegen. Der Sklave gefällt mir und ich gefalle ihm. Da gibt es so etwas, das im "normalen" Leben Liebe auf den ersten Blick genannt wird. Es kommt zu einem intuitiven Zusammenwachsen während der Session. Wenn es perfekt ist, bin ich glücklich und liebe meinen Beruf.

Können Sie sich ein Leben vorstellen, in dem Sie ihre Dominanz nicht ausleben? Können Sie die Domina in sich zur Seite legen und ganz ein Leben ohne SM führen?

Auf die Dauer eher nicht, da ich ständig an SM denke. Es ist meine Lebenseinstellung. Ich stehe zu meiner Dominanz und möchte Sie nicht missen. Es ist eine Form der Begegnung, des Hineinguckens in einen anderen Menschen. Natürlich gibt es Gelegenheiten bei denen ganz andere Anforderungen an mich gestellt werden. Ich werde ja auch nicht zur Vegetarierin, nur weil ich drei Tage hintereinander Salat esse.

Wie verbringen Sie ihre Freizeit? Haben Sie Hobbys? Engagieren Sie sich für bestimmte Projekte?

Wie normale Menschen auch. Sicherlich finde ich Ruhe und Entspannung in warmen Gefilden, ich reise gern in exotische Länder, tauche gern ab in den Weltmeeren.

Werfen Sie einen Blick in die Zukunft. Wie wird sich ihr Leben als Domina verändern? Was ist Ihnen an Ihrem Werdegang besonders wichtig? Haben Sie konkrete Pläne für sich selbst, ihr Studio oder andere Bereiche?

Nicht sehr stark. Soweit ich das einschätzen kann, werden immer mehr Menschen durch ihr Leben "online" ihrer natürlichen Fähigkeiten beraubt, mit anderen "offline" zu kommunizieren. Umso weniger eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, ihre geheimen Phantasien in der Realität umzusetzen. Da kann ich ihnen helfen. Wichtig an meinem Werdegang war die Begegnung mit meiner Partnerin Lady Marlon. Gemeinsam mit ihr habe ich das Avalon gegründet. Wir sind zusammen ein unschlagbares Team und haben Maßstäbe in Deutschlands SM Kultur gesetzt. Vor 4 Jahren haben wir die Residenz- Avalon eröffnet und uns damit einen langgehegten Traum erfüllt.

Wo liegen Ihrer Meinung nach, die Unterschiede zwischen einem devoten Mann und einem Masochisten?

Der devote Mann möchte seiner Herrin dienen, erniedrigt werden und bezieht seine Befriedigung aus seinen Anstrengungen der Herrin zu gefallen. Masochisten erleben ihre Erfüllung auf der schmalen Grenze zwischen Lust und Schmerz. Diese ist teilweise schwer auszuloten und von der Tagesform abhängig. Der Masochist möchte für seine Domina leiden. Ich kenne andere Masochisten, die sich keinesfalls unterwerfen (wollen). Sie möchten einfach nur gequält werden. Das sind dann Begegnungen auf Augenhöhe. Beide Formen können in Gestalt einer Person auftreten.

Beschreiben Sie ihr Studio, was ist das Besondere? Einrichtung, Flair , Ambiente?

Ich habe – zusammen mit Lady Marlon – ein exklusives und vielseitiges Studio aufgebaut. Wir verbessern die Ausstattung und die technischen Einrichtungen ständig aufgrund von Erfahrungen und Anregungen unserer Gäste und Ladys. Wir lassen uns gern inspirieren. Wir lieben es, unseren Gästen eine unvergessliche Zeit zu bescheren und sind Meisterinnen darin, ungewöhnlichen Fantasien zum Leben zu erwecken.

Ich möchte hinzufügen, daß wir bei unserer Residenz noch weit hinter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Die Einrichtung bietet Übernachtungs- und Spielmöglichkeiten in Hülle und Fülle, speziell für Langzeitaufenthalte. Sie dient als Location für Filmproduktionen, Sonderveranstaltungen (Sklavenmarkt, Strafgerichts-Verhandlungen und SM-Hochzeiten). Wir denken auch über zusätzliche, aufregende Nutzungsmöglichkeiten nach.

Das letzte Statement gehört immer dem Interviewpartner

There is no fi nish line for quality!!!